History - Feuerwehr

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Timm Schott, Gründer der Hartenholmer Feuerwehr 1910
1. Gruppenfoto 1910





Dorf-
chronik
                                                                                    



14. Der „Rote Hahn" in Hartenholm  (Auszug aus der Hartenholmer Chronik von 1982)

Soweit wir bisher zurückforschen können, wird uns aus dem Jahre 1731 das erste Mal von einem Großfeuer berichtet, das damals den Besitz der Wulfschen Erben vollständig vernichtete. Wir können wohl annehmen, daß dies die Nachfahren eines der ersten Hartenholmer Ansiedler waren, eines gewissen Ahrend Wulff, der sich bereits kurze Zeit nach der Gründung der Schäferei im Jahre 1634 hier niederließ. Die Urkunden geben uns sogar Auskunft, welche Entschädigung die Brandgilden den Wulfschen Erben zahlten, die Heidmühler Gilde 150 Lübische Mark, die Hüttener Gilde 192 M, die Fuhlendorfer Gilde 160 M und die Baugilde 150 M.
Im Jahre 1855 wurde dann ein Haus, das an der Stelle stand, wo sich heute der Besitz Wilhelm Neufeind befindet, ein Raub der Flammen. In diesem Hause wohnte eine dreiköpfige Familie. Der Mann hatte die Absicht, in der Gemeinde eine kleine Katenstelle zu pachten und hatte sich dafür Geld gespart, das er unter dem Ofen versteckt hatte. Als nun das Haus in Flammen stand, lief er noch einmal hinein, um seine Ersparnisse zu retten. In diesem Augenblick stürzte das brennende Gebäude über ihm zusammen und begrub ihn unter sich. Da jede Hilfe zu spät kam, konnte er nur noch als Leiche geborgen werden. Seine Frau verließ daraufhin mit ihrem Sohn bettelarm Hartenholm.
Vier Jahre darauf brannte 1859 die alte Wassermühle nieder. Der Besitzer Tode war  nur wenige hundert Meter von seiner Mühle entfernt, als er die Flammen aus dem Hau¬se auf züngeln sah. Zwei Pferde kamen dabei ums Leben und zahlreiches Mobiliar wurde vernichtet. Bei den Bergungsarbeiten konnten vier Männer aus der mit dem Mühlenbetrieb verbundenen Bäckerei einen Trog angesäuerten Teiges retten. Bei der weiteren Hilfeleistung wollte es das Unglück, daß ein Mann in den Trog fiel und mühsam von den Teigmassen befreit werden mußte. An der Stelle der abgebrannten Wässermühle baute Tode eine Wind- und Wassermühle.
Auf ungeklärte Weise waren im Sommer des Jahres 1860 etwa 250 Tonnen Heide und Moor in Brand geraten. Diese Ländereien waren den 7 Kätnern und dem Besitzer der Wassermühle zur gemeinschaftlichen Weide und Streunutzung vom Gute überlassen
worden. Sämtliche damals schon bestehenden Feuerwehren aus dem Westen des Kreises, wie Kaltenkirchen und Bramstedt wurden auf behördliche Anweisung alarmiert und mußten 14 Tage Brandwache halten. Während dieser Zeit war der Kätner Jakob Tödt noch einmal auf die schwelenden Flächen hinausgefahren, um ein bißchen gemähte Heide zu holen. Sein Vorhaben wäre ihm jedoch beinahe teuer zu stehen gekommen. Er hatte nicht bedacht, daß die Brandentwicklung im Moore recht tückisch ist. Gerade als Tödt mit dem Aufladen der Heide beschäftigt war, kam eine Windhose auf und entfachte das schwelende Feuer von neuem. Unter großer Mühe gelang es, die Pferde vom Flammentode zu erretten. Der Ackerwagen verbrannte. Als nun das Moor auf dieser großen Fläche ausgebrannt war, erhielten die 7 Kätner der „Reihe" von der Landesherrschaft die Erlaubnis, die abgebrannten Ländereien zur eigenen Benutzung aufzusäen.
Während eines schweren Gewitters schlug an einem Sonntagnachmittag des Jahres 1888 der Blitz in das Gewese des Landwirts Lentfer (früher Hansen) und äscherte es ein. Das Inventar konnte zum größten Teil gerettet werden. Der Besitzer war während des Brandes zu Besuch in Wakendorf II und mußte erst durch einen Boten zu Pferde von dem Unheil unterrichtet werden.
Die Windmühle des Besitzers Tode sollte nicht lange ihren Zweck erfüllen. Sie fiel einer Feuersbrunst im Jahre 1898 zum Opfer, und während noch die Feuerwehr Brandwache hielt, brannten in der gleichen Nacht die Häuser von G. Hartmann und Ihns Runge ab.
Im November des Jahres 1906 vernichtete das Feuer den Besitz des Landwirts Ernst Tödt. Die ganze Familie Tödt konnte sich, zwar nur notdürftig bekleidet, aus dem brennenden Hause retten. Das Vieh konnte bis auf einige Kälber und die Hühner geborgen werden, während viele Mobilien vernichtet wurden.
Durch Blitzschlag verlor im Sommer des Jahres 1911 der Kätner H. Holdorf in Voßhöhlen seinen Besitz,
Im Kriegsjahr 1917 brach im Baugeschäft W. Hartmann Feuer aus, dem die Werkstätten zum Opfer fielen. Das Wohnhaus blieb jedoch verschont. Dagegen verlor der Landwirt G. Hartmann I seine Altenteilskate, die durch Funkenflug in Brand geraten war. Bei den Löscharbeiten halfen auch die russischen Kriegsgefangenen mit, die damals hier eingesetzt waren. ;
Schließlich seien noch die Brände erwähnt, an die sich viele unserer älteren Einwohner noch erinnern können: Das Schadenfeuer am 27. Juli 1925, dem das Wohnhaus des Kaufmannes Ernst Köck zum Opfer fiel, und das Feuer am 13. Dezember 1926, bei dem das Wohnhaus des Kätners F. Hüttmann vollständig niederbrannte.

Walter Köck (Altbauer vom Kastanienhof, jetzt Axel Hartmann)


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